Call for Abstracts

Verlängert bis zum 15. Juni!

Seit Gedanken geäußert werden, werden sie auch aufgegriffen, weitergeführt und überdacht. Jede Hypothese und jede Theorie beruht auf einer Idee, die sich zu konkreten Gedanken formt, geäußert, kritisiert und überdacht wird. Genauso wie das Denken und das Schreiben zur Soziologie gehören, ist es immer auch nötig, Gedachtes zu überdenken. Um Gedanken zu überdenken muss über sie nachgedacht werden – das Denken, inklusive aller seiner Konsequenzen, würde sonst auf einer Stelle stehen bleiben. Weder Theorien noch Methoden noch konkrete Praktiken könnten und würden sich weiterentwickeln oder gar neu erfinden. Dabei lässt sich der Gedanke nur analytisch von der Tat trennen, da Denken immer schon ein Teil des Handelns ist.
Das Thema des 5. studentischen Soziologiekongresses Denken über(-)denken eröffnet mindestens zwei Perspektiven: Ob in einem wissenssoziologischen Sinne über das Denken nachzudenken, oder die eigenen Paradigmen zu hinterfragen und das Denken zu überdenken, wir möchten allen Formen der Reflexion (und auch der Kritik) Raum geben.
Denken über(-)denken durchdringt verschiedene Bereiche der Soziologie, sowie gesellschaftliche Entwicklungen und will darauf verweisen, dass in keinem Lebens- oder Wissenschaftsbereich jemals ein Endpunkt gefunden werden kann.
Ganz nach der Feststellung Francis Picabias „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann“, wollen wir dazu einladen unterschiedliche Spielarten der Reflexion sowie des Hinterfragens, vor allem aber des Überdenkens und Weiterentwickelns von Theorien, Methodologien und Methoden vorzustellen und für weiteres (über-)Denken zur Disposition zu stellen. Es soll dabei nicht darum gehen, nur wissenssoziologische oder epistemologische Perspektiven genauer zu betrachten, sondern Gedanken zu verschiedenen Themen und Bereichen der Soziologie sowie angrenzender Disziplinen freien Lauf zu lassen. In diesem Sinne laden wir alle Interessierten sowohl zum 5. Studentischen Soziologiekongress nach Tübingen, als auch zur (inhaltlichen) Mitgestaltung des Kongresses ein.

Für Beiträge zum Kongress kann Denken über(-)denken bedeuten, dass alte Paradigmen neu erforscht und auf die heutige Zeit angewendet werden können.
Denken über Denken – eine der Deutungsmöglichkeiten unseres Themas – kann verschiedene Formen annehmen:

  • ganz im Sinne der Wissenssoziologie, die sich auch darüber Gedanken macht, wie Wissen zu Stande kommt, weitergegeben, verbreitet und verändert wird,
  • wie die Wissenschaftssoziologie, die Arbeitsweisen unterschiedlicher Disziplinen untersucht und hinterfragt,
  • im Sinne einer Untersuchung der (Ver-)Änderung von Paradigmen und Axiome im Laufe der Zeit,
  • oder auch wie die Einstellungs- und Meinungsforschung, die beleuchtet, wie wir der Welt gegenüber stehen.

Das Denken selbst kann also in vielfältiger Weise zum Gegenstand der Soziologie gemacht werden.

Eine zweite Deutung unseres Themas – Denken überdenken – kann Beiträge umfassen, die sich (gerne auch kritisch) mit bestehenden Denkmustern und Vorgehensweisen beschäftigen: Die Auseinandersetzung mit ‘alten’ Methoden und Methodologien, die durch verschiedene turns ‘zu neuem Leben’ erweckt werden und Kritik an bestehenden Methoden und Forschungsstilen sind ebenso erwünscht, wie das Ausprobieren oder eigene Erarbeiten innovativer Forschungsmöglichkeiten /-Stile /-Methoden. Auch neue Herangehensweisen im Umgang mit Daten, deren Verarbeitung und Präsentation, sowie den Implikationen, die ihre Archivierung mit sich bringt, können in den Fokus gerückt werden.
Einige Beispiele für bisher überdachtes Denken sind: der ‘Practice turn’, der ‘Postmodern turn’, genauso wie die Abkehr von einer essentialisierend angelegten, dichotomen Auffassung von Geschlecht, hin zu einer sozial-konstruktivistischen (uvm.).
Unabhängig davon, welchem Paradigma ihr anhängt, oder mit welchen Bereichen der Soziologie ihr euch auseinander setzt, wir freuen uns über eure Einsendungen!

Für diejenigen, die sich nicht ganz sicher sind, ob ihr Vortrag zu unserem Thema passt, haben wir (neben der kleinen Zusammenstallung weiter oben) eine kleine, beispielhafte, unvollständige Sammlung an Themenbereichen zusammengestellt:

  • Was macht Quantifizierung mit Menschen?
  • Nutzung, Umgang und Hinterfragung von Methoden
  • Klassiker aus moderner Perspektive
  • Prekarisierung als neues Phänomen (bspw. mit Implikation eines neuen Blicks auf den Arbeitsmarkt)
  • Neue Formen von Subjektkonstruktionen (bspw. Hirschauer, Butler….)
  • Gelten alte Theorien die noch für neue Phänomene?
  • Vergessene Klassiker – Alte Themen neu aufgelegt. Warum wurden sie vergessen?
  • Relevant-machen alter/vergessener Ansätze
  • ‘Ehrenrettung’ bestimmter Theorien/ Ansätze (Warum ist es gut sie trotzdem noch zu nutzen?)
  • Inter/Transdisziplinarität
  • Was passiert mit Hochschulen? Auswirkungen von Bologna
  • Antigenderismus
  • Aktuelle politische Bewegungen
  • Intersektionalität
  • Migration
  • Stadtsoziologie (bspw. Nutzung öffentlichen Raumes)
  • Neue Ansätze und Konzepte, auch bezüglich der ‘Grundbegriffe’
  • Netzwerkanalyse
  • “Was kann man sonst noch mit dieser Methode herausfinden?”

Wenn ihr eure eigenen Gedanken in Form eines Vortrags vorstellen wollt, sendet uns bitte bis zum – Verlängert bis zum 15.06.15 – euren Abstract  (max. 300 Worte, inkl. Keywords) an abstracts [at] soziologiekongress [dot] de, in welchem ihr kurz euer Vortrags-Thema vorstellt.

 

Noch Fragen? Mail an: info [at] soziologiekongress [dot] de
Der Call for Abstracts als PDF: SSK15_Call-for-Abstracts_Verlängert

Ein Gedanke zu „Call for Abstracts

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