CfP – Wissenschaftssoziologie der Wirtschaftswissenschaften

Noch eine Möglichkeit beim SSK15 nicht nur dabei  zu sein, sondern auch mitzumachen:

Nach der Krise:
Neue Perspektiven auf die Wirtschaftswissenschaften

Die Finanzkrise von 2007/08 hat nicht nur die immanente Krisenanfälligkeit des Kapitalismus in Erinnerung gerufen, sondern auch blinde Flecken im ökonomischen Wissen offenbart. Schon bald wurde im massenmedialen Krisendiskurs das systematische Versagen der vorherrschenden Wirtschaftslehre diagnostiziert und damit die Profession unter erhöhten Rechtfertigungsdruck gesetzt. Auch in fachinternen Methodenstreitigkeiten problematisierten heterodoxe ÖkonomInnen und enttäuschte VWL-Studierende eine als monoparadigmatisch wahrgenommene Wissenschaftskultur und kämpfen bis heute um mehr Pluralität in Forschung und Lehre.

Angesichts dieses Aufruhrs überrascht es freilich nicht, dass jüngst auch aufseiten der Sozial- und Kulturwissenschaften das Interesse an den Wirtschaftswissenschaften zunahm und unterdessen eine florierende Forschungslandschaft im deutschsprachigen Raum entstanden ist. Typische Zugriffe und Themenfelder reichen dabei von dogmenhistorischen Untersuchungen zur Struktur und zum Wandel der Disziplin bis hin zu wissenschaftssoziologischen Beiträgen, die dem gesellschaftlichen Einfluss und der performativen Macht ökonomischen Wissens nachspüren.

In Anschluss und Erweiterung dieser Arbeiten wollen wir im Panel das aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Feld zunächst global abstecken und dann an ausgewählten Stellen näher analysieren. In reflexiver Haltung soll dabei auch der Frage nachgegangen werden, inwiefern die Finanzkrise die Wirtschaftswissenschaften verändert und damit bisherige Deutungsmuster obsolet bzw. neue Erklärungsansätze notwendig gemacht hat.

Gefragt sind also Präsentationen, die sich aus sozial- und kulturwissenschaftlicher Sicht mit den Wirtschaftswissenschaften der Nachkrisenzeit beschäftigen. Erwünscht sind neben methodologisch-theoretischen Arbeiten insbesondere auch empirische Untersuchungen, die zu einem besseren Verständnis des gegenwärtigen Standes und Stellenwertes der Disziplin in Wissenschaft und Gesellschaft beitragen. Anliegen ist es, fortgeschrittene Studierende und Promovierende miteinander ins Gespräch zu bringen und ihre Arbeiten für ein interessiertes Publikum sichtbar zu machen.

Das Panel ist Teil des SSK15. Vorschläge für Präsentationen sollten in Form eines aussagekräftigen Abstracts (max. 300 Wörter) bis zum 15. Juni 2015 an Daniel Meyer (d [dot] meyer [at] posteo [dot] de) gesendet werden.

Organisation: Daniel Meyer (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Hier gibt’s den Call als PDF zum runterladen.

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