Rahmenprogramm

Ein auf das Kongressthema abgestimmtes Rahmenprogramm ist in Planung.
Nähere Informationen folgen…
Ein endgültiges Rahmenprogramm werdet ihr dann ab September 2015 hier finden.

 

KONGRESSPARTY
Nachdem am Freitag alle etwas länger schlafen können wird dafür das Abendprogramm verlängert! Ab 21 Uhr beginnt unsere Kongressparty im Bierkeller (Wilhelmstraße 15-17 – unter der Mensa). Der Bierkeller ist nicht nur aufgrund seiner zentralen Lage ein beliebter Ort bei Studierenden. An diesem Abend begleiten euch unter dem Motto „Denkfest – jetzt wird Party gemacht“ unsere (stadtbekannten) Djs – Monkey Business, Mimu und Red Ford – mit einer einer ausgewogenen Mischung aus Surf-, Soul-, Blues- und Ska-Klängen in den wohl verdienten Feierabend. Für KongressteilnehmerInnen ist der Eintritt – gegen Vorlage des Namensschildes – frei.

DJs: Monkey Business, Mimu, Red Ford, Evelyn Tremble
Eintritt: gegen Vorlage des Namenschildes frei
2.10.15 | AB 21.00 UHR | BIERKELLER

 

STADTFÜHRUNG
Wir freuen uns, dass wir das Tübinger Frauenarchiv (BAF) für eine Stadtführung am 3.10.2015 gewinnen konnten. Das Thema der Führung ist:

Die ersten Studentinnen in Tübingen – Hindernisse, Umwege und Erfolge

425 Jahre lang war die Tübinger Universität ein reiner Männerclub – erst 1904 öffnete sie ihre Pforten für junge Frauen. Der Rundgang beleuchtet deren beschwerlichen Weg in den “akademischen Musentempel”, zeigt Hindernisse und Sackgassen – aber auch Erfolge der Vorkämpferinnen und Pionierinnen des Frauenstudiums – und natürlich deren Lebensalltag in Tübingen.

Dauer: 1,5 – 2 Stunden
Preis: 6 € für Studierende, 8 € für alle Nicht-Studierenden
Treffpunkt: vor der Alten Aula
Anmeldungen sind über folgende E-mailadresse möglich: programm [at] soziologiekongress [dot] de
3.10.15 | 14.30 UHR | ALTE AULA

 

PHOTOAUSSTELLUNG
Über den gesamten Kongresszeitraum in HB 119A
Visuelle Soziologie – Welterzeugung im Rechteck von Laura Henke

Die Soziologie bedient sich überwiegend der Zahlen und Buchstaben, um die Welt in eine Form zu bringen, in der ihr mit soziologischen Methoden Sinn zugeschrieben werden kann. Auch in den meisten anderen Wissenschaften ist das so, doch es geht auch anders: In den Kunst- und Medienwissenschaften etwa kommt dem Bild sogar eine zentrale Rolle zu. Zunehmend entdeckt aber auch die Soziologie das Bild als Informationsmedium für sich. Sowohl als Primärdatenquelle als auch als Ausdrucksform für Forschungsergebnisse findet das Bild zunehmend öfters in soziologischer Forschung Verwendung. Dies macht zeitdiagnostisch Sinn: Wir leben in einer Welt, die sich gerade im Prozess des ‘Visual Turn’ befindet (oder schon danach?), also der Hinwendung hin zu visuell, aber nicht textlich codierten Informationen. Was Kritiker bisweilen als „Re-Hieroglyphisierung“ unserer Kommunikation bezeichnen, sollte für Soziologen vor allem eins sein: Ein soziales Phänomen, dem es sich forschend anzunähern gilt.

An der Universität Bremen beschäftigen sich seit rund drei Jahren Studierende der Soziologie verstärkt mit dem Ansatz der visuellen Soziologie, der eigentlich sogar zwei verschiedene Komponenten beinhaltet: zum einen die visuelle Soziologie, die eigentlich eher als Methode zu verstehen ist, und als solche einen Werkzeugkoffer bereithält, um visuell codiertes Material hinsichtlich jeder beliebigen soziologischen Fragestellung zu analysieren. Und zum anderen die Soziologie des Visuellen, die sich mit dem Visuellen als Forschungsgegenstand befasst – mit oder ohne visuelle Methoden.

Das visuelle Artefakt muss dabei nicht immer die Form der Fotografie annehmen, jedoch wohnt gerade dieser ein Reiz inne, dessen es anderen Darstellungsformen mangelt: Die Illusion des Unmittelbaren, die objektivierte Beweisqualität, die sowohl Zeichnung und Gemälde als auch der computergenerierten 3D-Animation fehlt. Diese Eigenschaft birgt die Gefahr in sich, das welterzeugende Potential, das auch der Fotografie innewohnt, zu übersehen. Durch die Wahl des Motivs, des Blickwinkels und Bildausschnitts sowie weiterer fotografischer Gestaltungsparameter wie Fokus, Beleuchtung uvm., kommt dem Fotografen bzw. der Fotografin eine Selektionsmacht zu, mit der er oder sie erheblichen Einfluss darauf ausüben kann, wie wir die Welt sehen. Beispiele aus dem Gebiet der öffentlichen Medien und der politischen Kommunikation ließen sich zahlreich finden, doch auch die alltagsfotografischen Praktiken im Privaten prägen unsere normativen Vorstellungen davon, wie z.B. eine Hochzeit oder auch schlicht ein ‘erfolgreicher’ Samstagabend auszusehen hat. Der soziale Akt des Fotografierens und der des anschließenden Bildbetrachtens bzw. -verwertens sind dabei zwei Seiten einer Medaille, die es jeweils auf ihre Bedingtheiten und ihre Kontextualität zu befragen gilt.

Die Funktion des Bildes als Machtinstrument sich bewusst zu machen, die eigenen Sehgewohnheiten reflektieren: Die Beschäftigung mit dem Visuellen sollte Bestandteil des Curriculums jedes und jeder Soziologiestudierenden sein, der bzw. die mit offenen Augen durch die Welt geht und ihr So-Sein nicht als selbstverständlich hinnimmt, sondern die soziale Konstruiertheit bei der Betrachtung sozialer Phänomene im Hinterkopf behält. Die Ausstellung auf dem 5. Studentischen Soziologiekongress soll hierzu einladen.